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Durch eine verlassene Welt

Furth im Wald, Voithenberghütte - Bystřice - Čerchov - Waldmünchen

Eine Grenz- und gipfelüberschreitende Tour führt über das ehemalige Fichtenbach zum Čerchov und weiter nach Waldmünchen. Die Route ist nicht durchgängig markiert und setzt guten Orientierungssinn und sicheren Umgang mit einer Karte voraus.
Wir starten in Voithenberghütte, kommen an einer Kastanienallee vorbei und erreichen bald die Staatsgrenze. (km 1,5) Nur sanft ansteigend erreichen wir den Standort des ehemaligen Glashüttendorfes Fichtenbach, dem heutigen Bystřice. (km 3,5) Das einsame Tal der kalten Pastritz wurde erst nach dem 17. Jahrhundert besiedelt. 1710 wird die Fichtenbacher Hütte erstmals erwähnt. Georg Schmaus produzierte Fensterglas und Perlen für Rosenkränze, sogenannte "Paterln". 1839 hatte Fichtenbach 151 Einwohner und 25 Häuser. 1852 waren 60 Glasarbeiter beschäftigt bis 1934 alles zum Erliegen kam. In der Zeit des kalten Krieges wurde das Tal komplett gesperrt und fast alle Gebäude abgerissen.
So führt eine prächtige Allee, ohne dazugehöriger Straße, von unserem Weg weg ins nirgendwo. Wenig später geht´s durch das Tor der ehemaligen Kaserne. Die Militärgebäude sind die einzigen noch mehr oder weniger erhaltenen Bauten. Das verlassene Unterkunftsgebäude ist in einem desolaten Zustand. Die Fenster mit Bretter vernagelt. Ein gegenüberliegendes, weiteres Tor bietet eine Fluchtmöglichkeit aus dem beklemmenden Szenario. Der Weg führt leicht bergab bis zu einer Gabelung. Hier treffen wir auf den Wanderweg mit weiß-grün-weiß-Markierung, welcher wir wieder nur ein kurzes Stück folgen. Deutlich erkennt man hier die Überreste der einplanierten Gebäude. Zahlreiche, verfallene Gräben und Kanäle deuten auf die Nutzung der Wasserkraft bei der Glasveredelung hin. Hohe Bäume wachsen aus den Schutthalden. Gleich nach dem Verlassen dieses Wäldchens schwenken wir nach rechts auf einen Feldweg und verlassen den markierten Wanderweg wieder. Im Frühjahr sieht man hier auf den noch nicht bestellten Feldern deutlich einen übergang von den vielen Ziegelbrocken und Keramikscherben zum natürlichen Material. Nach den Wiesen und Äckern erreichen wir den schattigen Wald und gehen nun oberhalb der Kalten Pastritz weiter. Nach 1,4 km vom Waldrand erreichen wir einen kleinen Waldteich mit einem markantem Wassereinlauf. (km 5,5) Hier steht linker Hand, 75m vom Weg entfernt, in südlicher Richtung, die "Fichte beim Schlösschen" / Smrk u zámečku. Der Baum hat einen Umfang von 425 cm und ist mit 44,5 m Höhe ein beeindruckendes Naturdenkmal (gemessen im Jahr 2000). zurück zum Weg, am Weiher vorbei und ein paar Meter weiter treffen wir auf die Überreste eines großen Gebäudes. Vom Schloß der Grafen Kinsky, welches in der Zeit der Nationalsozialisten für ausschweifende Feste benutzt und später in der Zeit der sozialistischen Tschechoslowakei von der Grenzwache besetzt worden war, ragt nur noch ein Torbogen aus behauenen Steinen aus dem großen, bewachsenen Schutthaufen empor. An einem zweiten, Größerem Teich entlang geht´s hinaus auf eine breite, befestigte Straße. (km 5,3) Ihr folgen wir bergauf, den Čerchov schon vor Augen. An der Stelle, an welcher sich die Stromleitung von der Straße trennt und über eine gerade Trasse zum Gipfel aufsteigt, verlassen auch wir die Forststraße. (km 6,3) Zwei Rückegassen ziehen rechter Hand bergauf. Die östlichere, mehr vom Gipfel des Čerchovs wegführende ist die unsere. Gut 100 Höhenmeter sind zu überwinden ehe wir das zweite Baumdenkmal erreichen. Die Freimuthtanne / Fremuthova jedle ist die größte Tanne des Oberpfälzer Waldes. Sie hat einen Stammumfang von 386 cm, und ist 55 m hoch (gemessen im Jahr 2000). Anspruchsvoll geht es nun immer gerade und steil, teils weglos, bergauf bis zu einer breiten Forststraße am Randes Naturschutzgebietes. (km 6,7)
Ihr folgen wir nun, relativ Höhengleich, nach rechts, Richtung Osten und erreichen nach nicht ganz 2,5km auf der Straße, das Paradies. (km 9,0) Am Rajska Vyhlidka, dem paradiesischen Ausblick treffen wir auf die weiß-blau-weiße Markierung welche uns nun Über den Hanasteig bis zum Gipfel begleitet. Wir wandern nun durch ein Naturschutzgebiet auf dem bereits 1901 angelegten Hana-Steig. Er könnte romantischer nicht gelegen sein. Zuerst folgt eine etwa 500m lange steilere Passage, dann jedoch wird der Weg zum puren Genuss. Sorgfältig aufgerichtete Lesesteine gleichen bis zu einem gewissen Maß das Gelände aus, Stufen erleichtern die Anstiege. Vorbei am Kleinen Čerchov / Malý Čerchov schlängelt sich der Weg, immer am Grat entlang, bergauf und bergab bis zum Gipfel. Vom Aussichtsturm des Klub Českých Turistů (KCT) Domažlice hat man einen phantastischen Ausblick in alle Richtungen.(km 12,0)
für den Abstieg bietet sich die Route über den Grenzübergang Lehmgrubenweg nach Waldmünchen an. Sie ist bis zum Brunnhäusl, einer ehemaligen Forststation, mit der weiß-grün-weißen Markierung gekennzeichnet und führt ab dann hier, markiert mit weiß-gelb-weißen Streifen bis zu Grenze. (km 14,7) Weiter ist der Weg mit W9 markiert, der uns nach Waldmünchen bringt. (km 17,0)




Wanderreitkarte, Openstreetmap auf neuer Seite


Länge ca.: 17,0km
Summe Steigungen: 592m
Höchster Punkt: 1042m
GPX-Datei zur Route als Zip-File zum download:
03_Voithenberghuette-Cerchov.zip





Die Routen wurden anhand verschiedener Daten erstellt, teils selbst erfasst, teils mit Hilfe freier Karten erstellt.
Sie können vom tatsächlichen Geländeverlauf abweichen und dienen nur als Anhalt.
Die Nutzung erfolgt auf eigene Gefahr.
www.waldberge.de übernimmt keinerlei Haftung für Inhalt und Richtigkeit der Beschreibung, der Karte und der GPX-Datei.



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