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Das Waldauge und der Waldschmidt

Vom Gfäll zum Rachelsee und weiter zum Rachel

Eine klassische Wanderung zum Rachel startet am Gfäll. Die Zufahrt zum Ausgangspunkt ist vom 15.Mai bis zum 31. Oktober ab 8:00 Uhr morgens nur mit dem Igelbus möglich, welcher im Halb-Stunden-Takt von Spiegelau aus startet. Er liegt ca. 6 km nördlich der Gemeinde und bereits in einer Höhe von 945 Metern. Bis zum Gipfel (1452 m) sind knapp 500 Höhenmeter zu überwinden.
Nahezu höhengleich führt uns zunächst eine Forststraße und später ein bequemer Weg durch den hohen Buchenwald nach Südosten. Ein Auerhahnsymbol wird uns die komplette Strecke lang begleiten. Nach einer Unterstandshütte (km 1,7) schwenkt der nun schmäler werdende Pfad nach Nordost und trifft knapp 3 Kilometer weiter wieder auf eine Forststraße, welche uns immer näher zum Rachelsee bringt. Bald wird das Rauschen des Wasser immer lauter und am Ende des Wirtschaftsweges begleiten wir einen Seitenarm des Seebachs weiter bergauf. Sturm Kyrill (Januar 2007) und die Borkenkäfer haben hier gewütet, aber der junge Wald ist schon auf dem Vormarsch. Rechts und links des nun deutlich ansteigenden Weges, sind die Moränenhügel des ehemaligen Gletschers erkennbar. Von ihm wurde in der letzten Eiszeit, vor 20000 Jahren, der Rachelsee geschaffen, unser erstes Etappenziel (km 4,8).
Rachelkapelle Mystisch liegt er vor uns, still und majestätisch. Wie ein Auge im einst dichten grünen Wald. Weit streckt sich die ebene Fläche bis zur gegenüberliegenden, steil aufragenden Seewand mit ihren mächtigen Felsen. Über zweihundert Höhenmeter ist sie mächtig und fast noch einmal so viele sind es bis hinauf zum Gipfel. Hier kamen einst die Eismassen ins Tal herunter und erschufen mit enormen Druck das Becken für den See. Er hat heute eine Fläche von 5,7 Hektar und eine maximale Tiefe von 13,5 Meter. Vor langer Zeit existierte westlich vom heutigen See, noch ein weiterer, welcher bereits verlandet ist.
Denkt man an die vielen Sagen die sich um den See ranken, verbreitet sich eine beklemmende Stille. So soll hier gar der Eingang zur Hölle sein und am Grund herrschen Geister, böse Burgfrauen und eine hartherzige Gräfin die hier "umgehen" muss...

Der See ist bereits seit 1950 Naturschutzgebiet und wurde früher auch zum Triften benutzt um den Holzreichtum transportieren zu können. Blickt man hinauf Richtung Gipfel, sieht man rechter Hand, auf einer Felsenkanzel die Rachelkapelle, zu der wir als nächstes aufsteigen. Ein paar Meter müssen wir wieder zurück, dann führt uns der Kapellensteig bergauf, weiter markiert mit dem Auerhahn- und nun auch mit dem Goldsteig-Symbol. Knapp 150 Höhenmeter sind zu überwinden bis zu dem kleinen, hölzernen Gotteshaus (km 6,3). Ein Forstmeister hat es 1885 aus Dankbarkeit errichten lassen, als ihn sein Pferd davor bewahrte hier abzustürzen. Bereits zweimal ist sie abgebrannt und wieder aufgebaut worden. Zuletzt im Jahr 2000 umfangreich renoviert, pflegt sie der Waldverein Spiegelau. Steil führt der Weg an der Abbruchkannte entlang, weiter nach oben. Alle größeren Bäume sind hier nur noch graue Riesen. Baumskelette, liegend oder noch stehend, Totholz soweit das Auge reicht. Gipfelkreuz am Rachel Der junge, neue Wald tut sich hart in dieser Höhe. Es wird noch Jahre dauern ehe er wieder Schatten spenden kann. Auf einem kleinem Plateau (km 7,1) sieht man weit hinüber ins Böhmische. Der ehemalige Militärturm auf dem Polednik, dem Mittagsberg, ist gut zu erkennen. Der Weg schlägt bald einen Haken und der letzte Anstieg, hinauf zum Gipfel, steht an. Noch am Bergwachthaus vorbei und dann sind es nur noch wenige Meter bis zum Gipfelkreuz (km 7,7). Vom Lusen im Südosten, an klaren Tagen bis zum Dachstein in den Alpen und zu Arber und Osser im Nordwesten, reicht der weite Blick.
Nicht ganz einen halben Kilometer weiter können wir uns im Waldschmidthaus eine Rast gönnen. Es ist benannt nach dem bayerische Hofrat und Heimatdichter Maximilian Schmidt, genannt Waldschmidt (km 8,2). Nahe beim Gasthaus, bietet sich ein imposanter Talblick zum Rachelsee. Ein gepflegter Weg bringt uns mit ein paar Kehren wieder zum Ausgangspunkt Gfäll zurück (km 11,0).



Wanderreitkarte, Openstreetmap auf neuer Seite



Länge ca.: 11km
Summe Steigungen: 516m
Höchster Punkt: 1452m

GPX-Datei zur Route:
23_Rachel.gpx





Die Routen wurden anhand verschiedener Daten erstellt, teils selbst erfasst, teils mit Hilfe freier Karten erstellt.
Sie können vom tatsächlichen Geländeverlauf abweichen und dienen nur als Anhalt.
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