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Der Grenzwächter - Ritter und Militär am Hohenbogen

Eine Kammwanderung

Die herausragende Bedeutung des langgezogenen Bergrückens wurde schon früh erkannt. So errichteten die Grafen von Bogen auf dem Burgstall, dem westlichen Ende des Massivs, im 10./11 Jahrhundert eine Burg, welche aber nie vollendet wurde. Auch der Name rührt von den diesen alten Adelsherren her. Der Hohe Bogen zur Unterscheidung vom Stammsitz Bogen an der Donau. Viele Jahre später, Mitte des 20. Jahrhunderts, hielt dann neue Technik Einzug auf dem steil abfallenden Höhen. Am westlichen Gipfel investierte der Bayerische Rundfunk in Sendeanlagen für Rundfunk und Fernsehen, am östlichen lauschten Soldaten hinüber in den ehemaligen Ostblock, hinter den Eisernen Vorhang.
Trotz, oder vielleicht auch gerade wegen der gewaltigen Bauten, ist ein Besuch des Berges interessant, denn auch die Natur kommt in den weitläufigen Buchenwäldern nicht zu kurz. So sind weite Teile der Südseite als FFH-Gebiet geschützt. Ausgangspunkt für unsere Wanderung ist die Forstdiensthütte Hohenbogen. Sie ist gut mit dem Auto von Madersdorf (nahe Rimbach) erreichbar, auch Parkplätze sind direkt an der Gaststätte und etwas unterhalb, ausreichend vorhanden.
Burgstall Rechts von der Kapelle Peter und Paul führt eine bequeme Forststraße nach Nordwest. Sie ist mit dem Goldsteig-Symbol markiert, das uns zunächst bis zum Burgstall begleitet. Wir folgen dem Wirtschaftsweg ca. 1,3 km durch den hohen Buchenwald bis unser Steig nach links, den Hang hinauf schwenkt. Die etwas steilere Passage ist nicht allzu lange, bereits nach 250 Metern ist der Kamm erreicht und eine geteerte Straße bringt uns, vorbei an zwei Gebäuden, hinauf zum 976 Meter hohen Burgstall. Das dominierende Bauwerk am Gipfel ist der gewaltige Turm des Bayerischen Rundfunks. Er wurde 1964 errichtet und misst im unteren, betonierten Teil 50 Meter. Aufgesetzt ist noch ein Antennenträger welcher mit einem rot-weißen Kunststoffmantel verkleidet ist. Der Turm ersetzte eine Stahlkonstruktion über welche 1961 die Übertragung des Deutschen Fernsehens gestartet worden war.
Weit reicht der Blick vom großen Gipfelkreuz (km 1,9) hinab in die Cham-Further Senke, hinüber zu Gibacht und Čerchov. Furth im Wald, Eschlkam und der Drachensee liegen uns zu Füßen. An klaren Tagen sind im Süden sogar die Alpen zu erkennen. Im Technikgebäude sind Teile eines steinernen Torbogens verbaut, ein letztes Überbleibsel der ehemaligen Burgherren.
Für den Rückweg bietet sich die Zufahrtsstraße des Senders an. Nach einer kurzen, sehr steilen Passage, wird das Gelände schnell flacher. Fast höhengleich verläuft die für Kraftfahrzeuge gesperrte, schmale Straße durch den Laubwald. Nach wenigen Metern führt sie an einem kleinen Blockfeld vorbei. Hier erkennt man deutlich die geologische Besonderheit des Hohenbogengesteins. Meist sind die Berge des Bayerischen Waldes aus Gneis oder Granit aufgebaut, der Hohenbogen aber besteht aus dunklem, fast schwarzem Gabbro Amphibolit , einem vulkanischen Umwandlungsgestein.
Nach einer halben Stunde haben wir unseren Ausgangspunkt Forstdiensthütte wieder erreicht (km 3,8). Die zweite Etappe erschließt uns die östlich Hälfte des Bergrückens. Hier begleitete uns zunächst das grüne Dreieck auf weißem Grund, das Zeichen des europäischen Fernwanderwegs E6 und die blaue Raute des Baierwegs, der von Straubing zum Hohenbogen und weiter nach Furth im Wald führt und an das Geschlecht der Grafen von Bogen erinnert. Arber Steinig zieht es sich hinauf zum Fahrenruck auf 979 Metern Höhe ehe es anschließend wieder zur Muldenebene hinabgeht. Dort queren wir eine Forststraße (km 4,8) und der nächste Anstieg zum Bärenriegel steht uns bevor. Die 1000-Meter-Marke ist bereits ein paar Meter überschritten, wenn der markierte Weg nach links abzweigt, wir aber geradeaus weitergehen (km 5,6). Ein steiler Anstieg bringt uns hinauf zum Eckstein, zum ehemaligen Gelände der US-Army, welches 2012 zurückgebaut wurde und von dem nur noch ein paar Grundmauer übrig geblieben sind. Bereits 1952 hatte die Amerikaner hier begonnen den Funkverkehr der damaligen Warschauer Pakt Soldaten abzuhören, um an interessante Informationen zu gelangen. Später kamen die Franzosen und die Bundeswehr hinzu. 1964 war der Baubeginn des Fernmeldeturms mit seinen 75 Metern Höhe, der 1988 noch um den sogenannten Babyturm ergänzt wurde.
Die Bewährungsprobe hatten all die Militärs am 21.08.1968 als der Prager Frühling niedergeschlagen wurde und der Funkverkehr entsprechend gewaltig durch den Äther rauschte, den es zu analysieren galt. Nach der Samtenen Revolution unserer Nachbarn zogen sich die Einheiten nach und nach zurück und seit 2009 ist die aufgegebene Nato-Stellung in privater Hand und wird zum Museum umgestaltet. (km 6,0) Der Hauptturm kann seit Herbst 2014 über eine Außentreppe bestiegen werden. Ein automatisches Kassensystem gewährt, bei guter Witterung, ganzjährig Zugang. Der Aufstieg über die 293 Stufen auf die Aussichtsplattform in fünfzig Metern Höhe ist absolut lohnend und bietet eine phantastische Fernsicht in alle Richtungen.
Eine asphaltierte Straße führt vom Tor der ehemaligen Militärstation leicht bergab nach Osten. Nach ca. 600m zweigt eine weitere nach links, zur Bergstation des Sessellifts am Ahornriegel ab. In der Nähe der Kreuzung treffen wir auch wieder auf das grüne Dreieck und die blaue Raute des Baierweges, die uns ein Stück weit, erneut begleiten.
Neben der Bergstation des Sesselliftes befindet sich das im Stil eines alten Waldlerhauses errichtete Berggasthaus mit seiner interessanten Architektur. (km 6,9) Die Liftschneise bietet einen weiten Blick hinunter nach Neukirchen beim hl. Blut. Auf der Piste entlang des Berghauses, mit einer tollen Aussicht hinüber zum Doppelgipfel des Osser, führt unsere Route bergab. Nach ca. 250 m strebt der Weg dem Wald zu und trifft auf eine Forststraße. Hier bietet sich ein Abstecher zum Gasthaus Schönblick an. Für den Rückweg folgen wir der Markierung Ri 11 (R11) auf der Forststraße, zunächst nur wenige Meter bergauf, später langsam fallend nach Süden. Bald schwenkt die breite Fahrstraße nach rechts, aber ein breiter Waldweg, weiter markiert mit Ri 11 (R11) bringt uns, vorbei am Ribenzinger Riegel, hinab zum Seelenbrunnen. (km 9,9) Hier treffen wir wieder auf den Goldsteig, welcher uns hinauf zu unserem Ausgangspunkt, der Forstdiensthütte, bringt. (km 11,7)



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Länge ca.: 11,7 km
Summe Steigungen: 458 m
Höchster Punkt: 1079m

GPX-Datei zur Route:
22_Hohenbogen.gpx





Die Routen wurden anhand verschiedener Daten erstellt, teils selbst erfasst, teils mit Hilfe freier Karten erstellt.
Sie können vom tatsächlichen Geländeverlauf abweichen und dienen nur als Anhalt.
Die Nutzung erfolgt auf eigene Gefahr.
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