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Zu romantischen Waldwiesen - die große Schachtentour

Buchenau - Schachten - Trinkwasserspeicher Fraueneau - Buchenau

Vor über vierhundert Jahren begann man damit dem damals dichten Wald mühsam freie Flächen abzuringen, bis hinauf in die Hochlagen an der bayerisch böhmischen Grenze. Die Waldweide welche über die Sommermonate, in der Regel von Georgi (23. April) bis Michaeli (29. September) betrieben wurde unterscheidet sich von den Almen im Gebirge. Butter und Käse wurden auf den Schachten im Bayerischen Wald kaum hergestellt, denn nur das Jungvieh wurde aufgetrieben um die Weiden im Tal für den Wintervorrat zu schonen. Die großen, markanten Laubbäume dienten den Tieren als Unterstand bis in den 1960-Jahren der Weidebetrieb eingestellt wurde. Heute werden sie, mit wenigen Ausnahmen, nicht mehr landwirtschaftlich genutzt, aber weiter gepflegt, um ihren ursprünglichen Charakter zu bewahren. Eine Beweidung im Nationalpark findet noch am Ruckowitzschachten und seit 2018 auch am Hochschachten statt.
Unsere Tour startet am Wanderparkplatz in Buchenau, er liegt unterhalb der Kirche direkt am rauschenden Pommerbach. Parkmöglichkeiten sind ausreichend vorhanden. Zunächst folgen wir dem mit dem Zeichen "Pestwurz" markierten Weg hinauf zum Lindberger Schachten. (km 3,4) Angelegt wurde dieser bereits 1619 und liegt auf 1100 bis 1200 m Höhe. Um 1830 hatte er eine Größe von über 16 Hektar, heute ist er auf 9,1 ha geschrumpft. Nach über 300 Jahren wurde 1924 die Beweidung eingestellt. Auf der freien Fläche dominiert die Heidelbeere, die im Spätsommer und Herbst das Herz der Beerensammler höher schlagen lässt. Am unteren Ende der ehemaligen Waldweide schleicht sich ein schmaler Pfad weiter Richtung Nord-Ost, der uns hinüber zur Hirschbachklause bringt. Wir befinden uns nun auf dem Goldsteig welcher über alle vier Schachten bis zum Judenweg führt und sich erst dort von unserer Route trennt.
Direkt an dem kleinen, bereits verlandenden Teich, der früher zur Holztrift angestaut wurde, zweigt ein kleiner Steig in den Zwieselter Filz ab. Ein Bohlenweg ermöglicht uns das große Hochmoor trockenen Fußes zu durchqueren. Viele seltene Pflanzen wie der Sonnentau und das Wollgras mit seinen faserigen Büscheln, wachsen hier. Auch Moos- und Rauschbeeren gedeihen auf kargem Grund. Der Borkenkäfer hat ganze Arbeit geleistet, ein Großteil des alten Baumbestandes rund um das Moor, ist abgestorben. Die vielen Latschen blieben verschont, sie verbreiten ein beruhigendes Grün, bilden einen starken Kontrast zu den abgestorbenen grauen Riesen. Unser nächstes Ziel ist der Kohlschachten (km 6,8). Die nahezu ebene Fläche wurde 1733 erstmals beweidet und diente bis August 1961 der Viehaufzucht. Eindrucksvoll ist der alte, vom rauen Klima geprägte, Baumbestand. Teils sind es nur noch Fragmente von Bergahornen und Buchen deren bizarre Reste in den Himmel ragen. Oft ist es überraschend aus welchen Stümpfen sich noch das frische Grün ans Licht drängt. Am Boden faulen die abgebrochenen, mit Moos überzogenen Äste langsam vor sich hin. Manche beeindruckende Pflanze ist hier zu finden. Die Türkenbundlilie, der Ungarische Enzian, die Arnika und vieles mehr haben ihr Auskommen.
Wir kommen zum Latschen See, einem stillen, abflusslosen Moorsee. (km 7,5) Ein weiterer Bohlensteg führt uns über die nassen Passagen. In dem sauren, dunklen Wasser haben Fische keine Chance. Faszinierend sind die vielen Libellen. Ein kurzes Stück zurück, leicht bergab durch die Schluttergasse folgt der Hochschachten. (km 8,0) Er war ursprünglich zusammen mit dem Kohlschachten eine Einheit. 2018 wurde die Beweidung wieder aufgenommen. Das rote Höhenvieh vom Ruckowitzschachten am Falkenstein verbringt hier den zweiten Teil ihres Höhenaufenthalts und trägt somit unter anderem dazu bei, dass sich seltene Arten wie die Arnika in den durch die Hufe aufgerissenen Boden, leichter entwickeln können.
Knapp zwei Kilometer weiter kommen wir zum Almschachten. (km 9,9) Erst 1773 angelegt und bis um das Jahr 1900 auch als Alm bewirtschaftet, wurde dort auch Butter und Käse hergestellt. Der letzte Schachten auf unserer Tour, der Verlorenen Schachten, ist knapp ein Kilometer entfernt. (km 11,0) Die 6,6 ha große Fläche ist nach wie vor im Familienbesitz der Freiherrn von Poschinger und eine Enklave im weiträumigen Nationalparkgebiet. Das Seegras hat sich ausgebreitet, es wurde früher oft als Polstermaterial verwendet.
Der Goldsteig begleitet uns noch bis zum sogenannten Judenweg. (km 11,8) Der Name rührt vom früheren Besitzer eines Waldstückes her, welches heute in der nahen tschechischen Republik liegt. Dieser, teils schnurgerade Steig, bringt uns kontinuierlich bergab zum Forsthaus Schachten. (km 13,4) Nun begleitet uns die Markierung Borstgras zur Trinkwassertalsperre Frauenau. Entlang beider Ufer ist es möglich zum imposanten Damm zu wandern. Am nördlichen Ende des Sperrwerks (km 17,8) führt uns die Wanderlinie „Gläserner Steig“, im späteren Verlauf durch eine wunderschöne Allee, hinauf zu unserem Ausgangspunkt nach Buchenau. (km 20,5)


Diashow vom Kohl-, Hoch-, Alm- und Verlorenen Schachten






Wanderreitkarte, Openstreetmap auf neuer Seite


Länge ca.: 20,5 km
Summe Steigungen: 504 m
Höchster Punkt: 1176 m

GPX-Datei zur Route:
18_Buchenau-Schachten.gpx





Die Routen wurden anhand verschiedener Daten erstellt.
Teils selbst erfasst, teils mit Hilfe freier Karten erstellt.
Sie können vom tatsächlichen Geländeverlauf abweichen und dienen nur als Anhalt.
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www.waldberge.de übernimmt keinerlei Haftung für Inhalt und Richtigkeit
der Beschreibung, der Karte und der GPX-Datei.



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