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Auf den Spuren des Böhmischen Girgl´s

Zelená Lhota - Špičák - Pancíř - Můstek - Prenet - Zelena Lhota

Ein wichtiger Handlungsort des Romans "Der Böhmisch' Girgl" von Friedl Thorward ist der Schindlhof. Abgelegen war er und weit oben, nahe dem Bergrücken zwischen Prenet, Můstek und Pancíř gelegen. Jenem Hof, auf dem ein junger Bauernknecht heranwuchs, der schuldlos verarmt und verstoßen wird. Die Heimat des Jiri Mraz liegt auf unserer Route. Ausgangspunkt bzw. das Ziel dieser abwechslungsreichen Tour ist der Bahnhof in Zelená Lhota nahe Nýrsko. Parkmöglichkeiten sind hier ausreichend vorhanden. Man kann aber auch mit dem Wanderbus Arnbruck - Hamry oder mit dem Zug hier her anreisen. Der Zug bringt uns dann nach Špičák. Die 15,5km lange Strecke dorthin ist beeindruckend. Direkt in den Hang gebaut gleiten die steilen Felsen zur einen Seite und das tiefe Tal auf der anderen Seite an uns vorüber ehe uns der 1747 m lange Tunnel aufnimmt und im Eisensteiner Tal wieder ausspuckt. Gleich nach Tunnelende ist die Ortschaft Špičák erreicht, wir steigen aus und wechseln erneut das Fortbewegungsmittel.
Der schon etwas in die Jahre gekommene Sessellift, er wurde 1971 in Betrieb genommen, bringt uns in zwei Etappen zum Gipfel des Pancíř (1214 m Ü. M). Inklusiv einmal umsteigen bei der Mittelstation und 2739m Strecke und 347 Höhenmeter lassen sich für 60 Kronen bequem überwinden. Oben lädt das Restaurant, die Horská chata Pancíř zur Einkehr. Weit reicht der Blick hinüber zum Polom, Falkenstein, Špičák und Arber, bei klarem Wetter sogar bis zu den Alpen. Die nun folgende Etappe bis hin zum Můstek (km 3,0)ist mit weiß-rot-weißem Symbol markiert. über den Můstek / Brücklberg, der höchsten Erhebung auf diesem Bergkamm mit 1234m, führte im Mittelalter ein alter Handelsweg - der sogenannte Výšinná cesta von Janovice ins Eisensteiner Tal. Auch gab es lange Zeit eine Hütte mit einem Aussichtsturm welche aber 1994 zu Weihnachten abbrannte, Reste der Fundamente sind noch zu sehen. Das heutige Aussehen des Gipfel hat 2007 der Sturm Kyrill geprägt.

Knapp eine Kilometer weiter verlassen wir den Kammweg (km 3,9) für einen Abstecher ins Naturschutzgebiet Městištské rokle. Die weiß-blau-weiße Markierung weist uns den Weg. Schon bald (ca. 1km vom Kammweg aus) erreichen wir die heute extensiv bewirtschafteten Wiesen auf denen es früher einige Anwesen gegeben hat wie Schafhäuser, Girglhof, Brücklhof und wie sie alle genannt wurden. Es ist nichts übrig geblieben außer ein paar verwachsene Grundmauern. Der obere Teil der Wiesen wird Ovči loky genannt, die Schafwiesen. Wir gehen bis zum dem einzigen noch erhaltenen Gebäude der Christlgirgl-Kapelle, der Suché studánky kaplička. (km 4,9) Sie liegt auf ca. 1050m Höhe und ist ca. 1,8km vom Kammweg entfernt. In der offiziellen Karte des KČT, dem Klub Českých Turistů ist sie als Na Suchých studánkách bezeichnet, übersetzt etwa auf trockenem Brunnen in Anlehnung an die beiden Höfe Oberer Dürnnbrunn und Unterer Dürnbrunn welche weiter unten gelegen haben. Man könnte die Flächen dieser beiden Höfe, nach einem kleinen Anstieg und dann weiter unten im Tal erreichen. Dort wird die ganze Gegend mit Suché studánky in der Karte des KČT bezeichnet.

Nahe der Marienkapelle welche heute Wallfahrtsort ist soll er gelegen haben, der Schindlhof auf dem der Böhmische Girgl aufgewachsen ist, ehe er seine Fluchten angetreten hat, bis hinaus nach Furth im Wald. Einen eigenartigen Zauber löst diese Fläche aus, denkt man an die Menschen die hier einst wohnten oder an die Geschichte im Roman mit all ihrer Dramatik. Bei der Kapelle drehen wir wieder um und gehen zurück zum Höhenweg, Prenet ist unsere nächste Station. Hier befindet sich eine kleines Hotel und eine Gaststätte welche aber schon seit längerer Zeit renoviert wird. Ebenfalls extensiv bewirtschaftete Wiesen mit einer wahren Blütenpracht grüßen uns. Arnika und Waldhyazinte wachsen üppig! Etwas unterhalb vom Hotel steht die Barockkapelle St. Kunigunde, aus dem 18. Jahrhundert. (km 10,8) Der Ort, bzw. was davon übrig geblieben ist wurde bereits 1040 erwähnt und 1408 wird eine erste Kapelle errichtet. Ab 1946 wurde das Dorf aufgelöst und die Gebäude verfielen und verschwanden. Die weiß-grün-weiße Markierung bringt uns nach ca. 3,3km wieder zurück zum Ausgangsort, zum Bahnhof in Zelená Lhota. (km 14,5)




Wanderreitkarte, Openstreetmap auf neuer Seite


Länge ca.: 14,5km
Summe Steigungen: 234m
Höchster Punkt: 1232m

GPX-Datei zur Route als Zip-File zum download:
17_Pancir-Prenet.zip





Die Routen wurden anhand verschiedener Daten erstellt, teils selbst erfasst, teils mit Hilfe freier Karten erstellt.
Sie können vom tatsächlichen Geländeverlauf abweichen und dienen nur als Anhalt.
Die Nutzung erfolgt auf eigene Gefahr.
www.waldberge.de übernimmt keinerlei Haftung für Inhalt und Richtigkeit der Beschreibung, der Karte und der GPX-Datei.



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