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Im Königlichen Wald - durch den Královský Hvozd

Hamry - Osser - Lam

Hamry / Hammern, 1429 erstmals urkundlich erwähnt, war der Ort jedoch schon unter Graf Albert III. von Bogen gegründet worden. Der Ortsname bezieht sich auf die Hammerwerke, die zur Verarbeitung des in der Umgebung gefundenen Eisenerzes entstanden waren. Auch viele Glashütten und eine Papierfabrik waren früher im Tal der Úhlava, dem Angelbach, betrieben worden. Als 1890 die letzte Glashütte geschlossen wurde und später der Krieg seinen Schrecken verbreitete, verließen mehr und mehr Einwohner den Ort, in dem einst über 1400 Personen gewohnt hatten. Seit 1992 ist Hamry aber wieder eine eigenständige Gemeinde mit 130 Einwohnern und eigenem Bürgermeister.

Der Šumava-Wanderbus von Drachselsried über Lam nach Hamry ist ideal für die nachfolgend beschriebene Tour. Er verkehrt vom 15. Mai bis einschl. 31. Oktober von Montag bis Freitag und in der Zeit von 01. Juli bis 30. September auch an Sonntagen. Ausgangs- und Zielpunktpunkt für diese Wanderung ist der Markt Lam. Der öffentliche Nahverkehr bringt uns die 31 km von Lam über den Grenzübergang Rittsteig / Svatá Kateřina nach Hamry in die Tschechische Republik. Für die Wanderung bestehen drei Möglichkeiten bzw. drei Haltestellen um die Tour zu beginnen: von „Hamry, u kostela“ von „Hamry, host.“ oder von „Hamry, tocna“.
Bei der Haltestelle „Hamry, u kostela“ startet man direkt an der barocken Wallfahrtskirche der Schmerzhaften Mutter Gottes welche in den Jahren 1773 – 74 erbaut wurde. Die Markierung mit den weiß-grün-weißen Streifen führt hinauf Richtung Kollerhof und wenige Meter nach dem Hotel, sehr steil über den Hang zum Waldrand. Von hier hat man einen weiten Blick auf die gegenüberliegende Bergkette von Pancíř, Můstek und Prenet.
Auf diesem Höhenzug verlief die Hochstraße oder auch Zwieseler Straße genannt. Sie kam von Passau und führte über den Pancíř und Můstek bis nach Klattau. Der Weg über die Bergrücken war viel leichter zu bewältigen als durch die sumpfigen Täler.
Wir tauchen ein in den schattigen Wald und bei einer Höhe von ca. 700 m ü.N.N. liegen moosüberwuchert die Ruinen der ehemaligen Siedlung Berghof. Nur noch einige Grundmauern haben die Zeit überdauert. Wenig später folgt die Schneise der ehemaligen Grenzsicherungsanlagen und schließlich eine Etappe zum Ausruhen. Nahezu höhengleich wandern wir zunächst auf einem guten Weg und später auf einer befestigten Kolonnenstraße weiter. Bereits nach einem halben Kilometer schwenkt die Route nach rechts, steil einen Waldweg bergauf, der in eine breite Forststraße mündet, welcher wir mit leichtem bergauf und bergab lange folgen. Die Markierung wechselt, nach etwas über einem Kilometer auf der Straße, auf weiß-rot weiß. Dieser Abschnitt ist zugleich der Radweg der zum Černe jezero / Schwarzer See führt. (km 4,6) Eine viertel Stunde später, tritt unterhalb der Straße, eine sehr ergiebige Quelle aus dem Hang. Die Wasser aus zwei weiteren, benachbarten Quellen vereinigen sich zum Ostrý potok, dem Osserbach. Es folgt Statecek Pod Ostrým, der Güttelplatz. (km 6,1). Heute ein großer Wendeplatz für Forstfahrzeuge und eine Zusammenkunft vieler Wege mit einer geräumigen Unterstellhütte, früher ein Siedlungsplatz mit einem Einödhof. Zum Güttelplatz kommen auch die anderen beiden Routenmöglichkeiten aus dem Tal herauf.

Der zweite Ausgangspunkt ist die Haltestelle „Hamry, host.“ in der Nähe des Hotels Královský dvýr, an der Brücke über den Bilý potok, dem früheren Klamerbach. Hier bringt uns die Markierung mit den weiß-blau-weißen Streifen hinauf zum Großen Osser. Die Route führt an der ehemaligen Kaserne vorbei und später lange Zeit am Bilý potok / Klamerbach entlang. Nach den letzten Häusern treffen wir auf den neu eingerichteten Lehrpfad, welcher auf vierzehn Stationen die unterschiedlichsten Themen aufgreift. Von Flora und Fauna, von Geschichte und Geologie wird auf zweisprachigen Tafeln, Interessantes vermittelt. Installiert wurde er durch das Staatsunternehmen Lesy ČR, Forstwirtschaft Klatovy auf Anregung von Ing. Josef Růžička aus Pilsen. Die Route folgt stets der geteerten Forststraße. Nach einer Kehre wird das Gelände steiler und nach zwei weiteren starken Kurven treffen wir auch hier auf den Güttelplatz. Dritter und letzter Ausgangspunkt ist die Haltestelle „Hamry, tocna“, ein breiter Platz an dem der Bus wendet. Zunächst müssen wir der Straße entlang, wieder etwas weniger als einen halben Kilometer zurück. Auf dem Weg zu der Abzweigung liegen links die Überreste der ehemaligen Papierfabrik welche 1884 errichtet worden war um den Holzreichtum zu nutzen. Sie wurde in den 1960 Jahren stillgelegt. An der Kreuzung beginnt die Markierung mit den weiß-gelb-weißen Streifen, welche vom Bahnhof herunter kommt und die uns zunächst hinab zum Bachlauf und anschließend stetig ansteigend, über die Wiesen hinauf, in den Wald bringt. Nach ca. 2,5 km treffen wir bei der Kehre auf den Lehrpfad welcher von der alten Kaserne heraufkommt und folgen nun der blauen Markierung hinauf zum Güttelplatz. Nach einer Rast, führt die Route zunächst noch auf dem geteerten Weg hinauf und ist mit dem blauen Streifen markiert. Ab Beginn des Naturschutzgebietes „Královský Hvozd“ wird aus dem breiten Weg ein kleiner Steig mit sorgfältig aufgerichteten Trittsteinen. Wir durchqueren eine von Sturm Kyrill im Januar 2007 "angelegte" Freifläche. Bei Windgeschwindigkeiten von über 150 km/h konnten sich die Bäume nicht halten, zerbarsten wie Streichhölzer oder wurden aus dem Boden gerissen. Oben am Kamm verläuft die Staatsgrenze. Ein letzter steiler Anstieg bringt uns hinauf zum Schutzhaus am Großen Osser, zur wohl verdienten Einkehr. (km 8,6) Der Ausblick lohnt die Mühen des Aufstiegs. Im Süden der Arber, von Osten her das Künische Gebirge mit dem Zwercheck als höchsten Punkt. Diesem Bergrücken entlang folgt auch die Grenze zwischen Bayern und Böhmen. Für den Abstieg bietet sich die Route La01 an. Über den Gipfelfelsen hinunter steigen wir nach Lam ab. Vorbei am Bergwachtstützpunkt, weiter zur Ebene zwischen Großem und Kleinem Osser mit der Künischen Kapelle. Ein Abstecher über die Osserwiese mit ihrem traumhaften Ausblick in den Lamer Winkel bietet sich an. Steil führt der Weg hinab zum Parkplatz am Sattel, welchen wir überqueren und weiter Richtung Wallfahrtskirche Maria Hilf (km 13,3) marschieren. Nahe dem Gotteshaus ergeben sich wieder einige Möglichkeiten zum weiteren Abstieg. Welche Route wir bergab auch einschlagen, nach einer guten halben Stunde folgen die ersten Häuser von Lam und der Ausgangspunkt unserer Bergüberschreitung ist wieder erreicht. (km 15,3)

Tour ab Wallfahrtskirche:


Wanderreitkarte, Openstreetmap auf neuer Seite


Länge ca.: 15,3 km
Summe Steigungen: 710 m
Höchster Punkt: 1293 m

GPX-Datei zur Route als Zip-File zum download:
16_Hamry-Osser-Lam.zip





Die Routen wurden anhand verschiedener Daten erstellt, teils selbst erfasst, teils mit Hilfe freier Karten erstellt.
Sie können vom tatsächlichen Geländeverlauf abweichen und dienen nur als Anhalt.
Die Nutzung erfolgt auf eigene Gefahr.
www.waldberge.de übernimmt keinerlei Haftung für Inhalt und Richtigkeit der Beschreibung, der Karte und der GPX-Datei.



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