waldberge.de Landschaft & Fotografie Faszination Bayerischer Wald und Böhmerwald
Home>Šumava


Zur Heimat des Sepp Wudy – dem Seher vom Böhmerwald

Von Špičák (Spitzberg) über den Pancíř (Panzer) nach Brčálník (Frischwinkel)

Ausgangspunkt unserer Wanderung ist Špičák (Spitzberg), ein Ortsteil von Železná Ruda (Böhmisch Eisenstein). Im Ort gibt es zwei große Parkplätze. Der „Parkoviště Kaskády“ liegt nur wenige Meter von der Talstation des antiquierten Einer-Sesselliftes entfernt, welcher uns im ersten Schritt nach Hofmanky (Hofmann) und nach dem Umsteigen auf den Gipfel des 1214 Meter hohen Pancíř (Panzer) bringt. Er ist bereits seit 1970 in Betrieb und befördert im Herbst von Freitag bis Sonntag, alle halbe Stunde, für 80 Kronen die Fahrgäste nach oben.
Die Tour beginnt an der Bergstation mit einem weiten Blick zu Falkenstein und Arber und an klaren Tagen sogar bis zum Großglocker und Watzmann. In gedachter Verlängerung der Bergbahn führt die rote Markierung bergab auf den Kammweg welcher uns bequem hinüber zum Gipfel des Můstek (Brücklberg), auf 1234 Meter Höhe bringt. Im Mittelalter gab es hier einen alten Handelsweg - den Výšinná cesta, von Janovice (Janowitz) ins Eisensteiner Tal, der die damals schwer befahrbaren, sumpfigen Täler umging.
1924 war auf dem Můstek (Brücklberg) eine Berghütte mit Aussichtsturm errichtet worden welche jedoch an Weihnachten 1995 abbrannte. Heute gibt es nur eine einfache Unterstellhütte, es soll aber in naher Zukunft wieder ein Aussichtsturm errichtet werden, die Genehmigungen sind bereits vorhanden. (km 3,0)
Direkt an der Hütte schwenkt nun die baue Markierung hinab ins Tal, trifft später die gelbe, welcher wir weiter bergab folgen und die uns bis zum Špičák Sedlo (Spitzbergsattel) treu bleibt. Nach gemächlichem Abstieg auf einer bequemen Forststraße schwenkt unsere Route an einer Kreuzung rechtwinkelig nach links, führt steil und geradeaus den Hang hinab, quert die Straße 190 die Nýrsko (Neuern) mit Železná Ruda (Böhmisch Eisenstein) verbindet und trifft auf einen kleinen geteerten Weg im Ort Brčálník (Frischwinkel). (km 5,6)
Hier verlassen wir für einen Abstecher die gelbe Markierung und gehen zunächst kurz bergauf, in die entgegengesetzte Richtung. Bei einem Rastplatz, samt zugehörigem Hinweisschild auf die Aussicht, treffen wir auf den Namen Sepp Wudy. 1870 geboren arbeitete er im Laufe seines Lebens als Knecht bei verschiedenen Bauern. Er prophezeite die beiden Weltkriege und sprach noch von einem dritten. Sprach von Endzeit und vom Verfall des Glaubens und sagte sogar seinen eigenen Tod, 1915, voraus. Die Überlieferungen ähneln stark denen vom Mühlhiasl aus Rabenstein bei Zwiesel.
Wir kehren wieder um und die gelbe Markierung bringt uns leicht bergab zu einem Gasthaus mit einem kleinen Zoo mit Ziegen und Schafen, zu einer großen Esche und später auch zum Frischhof neben einer renovierten Kapelle. Erste Aufzeichnungen von diesem Hof gibt es bereits um das Jahr 1400. Das jetzige Gebäude wurde jedoch erst 1939 errichtet. (km 7,7) Die weiteren heute noch stehenden Anwesen, aber auch die inzwischen verschwunden bildeten nie eine geschlossene Siedlung, waren stets verstreut an den Berghängen errichtet worden. Zehn Höfe gab es hier im Winkel auf denen die Künischen Freibauern lebten, die weitreichende Privilegien besaßen und deren Wahlspruch lautete: "Niemands Herr und niemands Knecht, das ist künisch Bauernrecht!"
Immer wieder hat man eine tolle Aussicht auf das gegenüberliegende Künische Gebirge mit dem Großen Osser als höchsten Punkt. Sehenswert sind noch zwei mächtige Eschen mit einem Stammumfang von 325 cm und bei der größeren sogar von 453 cm bei einer Höhe von ca. 20 Metern. Sie sind als Naturdenkmal eingetragen und mit einem Schild gekennzeichnet.
Unser Weg führt seit geraumer Weile an der Bahnstrecke entlang. Knapp unter den Geleisen war nach dem zweiten Weltkrieg der Zaun errichtet worden, der alles Lebendige in dieser Gegend absterben ließ. Erst später als er durch einen Signalzaun unterhalb des Zwerchecks ersetzt wurde, kehrte, zunächst zaghaft, Leben zurück.

Die Zugverbindung von Nyrsko (Neuern) nach Železná Ruda (Böhmisch Eisenstein), war bereits am 20. Oktober 1877 eröffnet worden, dabei ist das anspruchsvollste Stück der Tunnel unter dem Špičák Sedlo (Spitzbergsattel). Das 1747 Meter lange Bauwerk wurde in nur drei Jahren von 1874 bis 1877, mit 90 Tonnen Dynamit durch den Berg gesprengt und war bis 2007 der längste Eisenbahntunnel Tschechiens.
An den letzten Häusern vorbei steigt der Weg nun in gerader Linie zügig an. Nach einer Kurve erreichen wir die in Apartmentwohnungen umgewandelte ehemalige Kaserne (km 9,1) , queren die Straße nach Hamry (Hammern) und sind nach kurzer Zeit oben am Špičák Sedlo (Spitzbergsattel). (km 9,7)
Direkt gegenüber folgen wir dem Lehrpfad NS - Historie obce Špičák. Markiert mit einem quadratischen Schild. Diagonal geteilt, halb weiß, halb blau. Anfangs noch vorbei an vereinzelten Ferienhäusern, im weiteren Verlauf durch den Wald und den Hang hinab, treffen wir auf die Skipiste und die Sesselliftrasse welche uns zurück zum Ausgangspunkt geleitet. (km 12,0)




Wanderreitkarte, Openstreetmap auf neuer Seite


Länge ca.: 12,0 km
Summe Steigungen: 313 m
Höchster Punkt: 1232 m

GPX-Datei zur Route:
10_Pancir-Frischwinkl.gpx





Die Routen wurden anhand verschiedener Daten erstellt.
Teils selbst erfasst, teils mit Hilfe freier Karten erstellt.
Sie können vom tatsächlichen Geländeverlauf abweichen und dienen nur als Anhalt.
Die Nutzung erfolgt auf eigene Gefahr.
www.waldberge.de übernimmt keinerlei Haftung für Inhalt und Richtigkeit
der Beschreibung, der Karte und der GPX-Datei.



>zum Seitenanfang
Akzeptieren

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden. Mehr erfahren