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Räuber, Ritter, Kunst und Aussicht

Geigant - Zwirenzel - Arberblick - Kathlfelsen

Beckenhöhle, der eher ungewöhnliche Name für einen Ortsteil, erinnert noch an die finsteren Gesellen welche um die Mitte des 19. Jahrhunderts ihr Unwesen trieben. An steilen Wegstücken wurde manches Fuhrwerk vom Räuber Beck und seinen Komplizen von seiner Ladung erleichtert und ausgeraubt. Aufsteigender Rauch im Gipfelbereich des Zwirenzel verriet letztlich das Versteck und die Gendarmerie brachte sie ins Zuchthaus nach Amberg, wo Beck verstarb. Die Höhle, lag ganz in der Nähe von unserem ersten Ziel.

Wir starten in Geigant bei der Turnhalle, Parkplätze sind hier ausreichend vorhanden. Nur ein kurzes Stück gehen wir an der Straße Richtung Waldmünchen entlang, biegen unterhalb vom Friedhof nach rechts in einen Feldweg ab und folgen der Markierung Wm14. Leicht ansteigend, an einem kleinen Waldstück vorbei, geht es stetig bergauf. Nach nicht ganz einem Kilometer erreichen wir den Waldrand. Der Weg wird nun zunehmend steiler und anspruchsvoller. Kurz unterhalb des Gipfels, das Gipfelkreuz ist schon zum Greifen nahe, links vom Weg, im steilen, felsigen Gelände, befand die ehemalige Räuberhöhle. Heute ist von ihr nach der Sprengung nur noch eine Steinhalde übtig geblieben.

Oben treffen wir auf ein kleines Plateau, ausgestattet mit Bänken und Tischen. Der Felsen mit dem Gipfelkreuz ist etwas versteckt, aber nur wenige Schritte entfernt. (km 1,6) Die Aussicht ist für diesen kleinen Berg mit seinen 701 Höhenmetern, fantastisch. Unter uns liegt der Ort Geigant, der Bleschenberg in Richtung Südwest und der Schwarzwihrberg mehr im Nordwesten. Dort waren einmal überall stolze Ritter zu Hause, aber mit Ausnahme der Schwarzenburg bei Rötz, sind kaum noch Spuren der einst mächtigen Herren vorhanden.
Direkt am Aussichtspunkt errichtete 1964 Alfons Zankl ein Gipfelkreuz. Ergänzt wurden im Frühjahr 2018 noch ein lebensgroßer, 65 Kilogramm schwerer Adler. Kunstvoll aus über achtzig alten Hufeisen zusammengeschweißt, im Zielanflug auf seine Beute, einer Ratte aus Schrauben und Nägeln. Geschaffen hat die Skulpturen Franz Baier. Die in Stein gehauenen Herzen und Initialen am Gipfelfelsen und die vielen Schnitzereien an den großen Buchen rundum, belegen die vielen Liebespaare, welche diesen romantischen Ort gerne besuchen. Weiter im Norden, dem Zwirenzel-Gipfel-Rundweg folgend, gibt es einen weiteren Aussichtspunkt. Bei guter Sicht erkennt man hier den Frauenstein im Landkreis Schwandorf und den Starý Herštejn (Hirschenstein) bei unseren böhmischen Nachbarn. Auch auf diesen Bergen waren einst stolze Burgen zum Schutz der Grenze.
Leicht bergab nach Osten treffen wir bei einer Lichtung auf einen etwas breiteren Weg. Nur wenige Schritte von unserer eigentlichen Strecke entfernt, kauert dort eine weitere Figur. Ein Dachs, ebenso aus Altmetall und vom gleichen Künstler geschaffen, präsentiert sich lebensgroß auf einem Felsen.
Wir folgen dem Wm12 zunächst nach Osten und wandern dann über eine an den Wald heranreichende Wiese zu den Häusern von Machtesberg. (km 3,2)
Nach dem Überqueren der Hauptstraße folgen wir dem Wm16 in südliche Richtung. Bald ist unser Weg identisch mit dem Pandurensteig, der uns durch schattige Buchenwälder am Westhang des Hinteren Hieners entlang, zum Roßhof bringt. (km 5,7) Das zweistöckige Gebäude, der eigentliche Roßhof, welches im 1. Weltkrieg Offiziers-Erholungsheim war und später eine beliebte Ausflugsgaststätte, wurde inzwischen abgerissen. Geblieben sind noch ein paar Wohnhäuser und eine wunderbare Bergwiese über welche wir, markiert mit Wm17 hinauf zum südlichen Waldrand der kleinen Hochebene wandern. Praktisch in Verlängerung des Schotterweges tauchen wir in den Wald ein, treffen auf eine breite Forststraße der wir, zunächst ohne Markierung, bergauf folgen. Nach wenigen Metern begleitet uns aber wieder die Wm17 bis nahe beim Scheitelpunkt der Straße, links ein mit viel Gras bewachsener Waldweg hinauf zum Arberblick führt. (km 7,0)
Wie der Name schon verrät, reicht hier der Blick weit in den Bayerischen Wald hinein. Osser, Zwercheck, Arber und Hohenbogen bilden ein beeindruckendes Panorama. Das kleine Wegkreuz welches hier aufgestellt wurde, hat schon eine weite Reise hinter sich, es stammte ursprünglich von einem Friedhof aus Šitboř (Schüttwa) und wurde 2011 hier aufgestellt. Zurück folgen wir dem gleichen, kleinen Pfad auf dem wir unseren Abstecher begonnen haben. Ein Stück die Forststraße bergab und dann rechter Hand bringt uns unsere Route nun zum Kathlfelsen. Der Felsen hat seinen Namen von der unglücklichen Katherina welche sich hier aus Liebeskummer das Leben nehmen wollte. (km 7,7).

Ein paar Meter müssen wir wieder zurück und dann zweigt fast im rechten Winkel ein kleines Steiglein nach rechts ab, hinunter zur Forststraße. Der Weg zum Roßhof ist von dort der gleiche wie unsere Aufstiegsroute. Der Wm15 führt uns über den Unteren Roßhof hinab ins Tal. Bald erreichen wir die ersten Häuser von Geigant. Nun ist es nicht mehr weit, der Kirchturm weist uns sicher den Weg zur Hauptstraße und diese bringt uns zurück zu unserem Ausgangspunkt. (km 11,1)


Wanderreitkarte, Openstreetmap auf neuer Seite


Länge ca.: 11,1 km
Summe Steigungen: 394 m
Höchster Punkt: 758 m

GPX-Datei zur Route:
01_Zwirenzel-Hiener.gpx





Die Routen wurden anhand verschiedener Daten erstellt.
Teils selbst erfasst, teils mit Hilfe freier Karten erstellt.
Sie können vom tatsächlichen Geländeverlauf abweichen und dienen nur als Anhalt.
Die Nutzung erfolgt auf eigene Gefahr.
www.waldberge.de übernimmt keinerlei Haftung für Inhalt und Richtigkeit
der Beschreibung, der Karte und der GPX-Datei.



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