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Rückbau am Eckstein nahezu abgeschlossen

Artikel von Claus Wietek aus der Kötztinger Zeitung vom 09.10.2012


Station der US-Army am Hohenbogen wurde rückgebaut

Ein Antennenträger mit der markanten weißen Schutzhülle, die asphaltierten Verbindungswege auf dem Gelände und derzeit noch zwei große Container, das ist alles was von der ehemaligen Station der US-Army am Eckstein übriggeblieben ist.
Laub überdeckt die noch kahlen Flächen wo einst die Dienstgebäude standen.
Seit 20. August war das Abbruchunternehmen Plannerer GmbH & Co KG zugange und hat ganze Arbeit geleistet. Vergleicht man die Luftaufnahmen des Geländes wird der Unterschied deutlich.

Es war im August 1957 als der Warschauer Pakt in der damaligen Tschechoslowakei ein Manöver durchfährte und sich das Army Securtiy Agency Battalion 318 aus Herzogenaurach eine bessere Aufklärung der Vorgänge gewünscht hätte. So begannen die Amerikaner mit der Suche nach einem geeigneten Standort von dem aus sie den Funkverkehr des Ostblocks überwachen konnten und wurden am Eckstein, am Ostgipfel des Hohenbogens, fündig. Waren es zunächst nur mobile Truppen, welche nach Osten lauschten wurde 1967 das Gelände mit einer Länge von 130m eingezäunt. Die Kosten für diese mobile Truppe waren der amerikanischen Regierung auf Dauer jedoch zu hoch und so wurde 1974 damit begonnen eine feste Station zu errichten welche von Augsburg aus fernüberwacht werden konnte. Die Felsvorsprünge des Ecksteins wurden die Basis für die Fundamente der Antennenträger. 1975 ging die Anlage in Betrieb und wurde von Technikern und Wachpersonal vor Ort betreut. Die Army Securtiy Agency wurde 1977 aufgelöst und in ging in die INSCOM (United States Army Intelligence and Security Command) über, welche die Anlage bis in den April 1993 weiter betrieb. Mit der Samtenen Revolution in der CSSR 1989/90 und den Veränderungen in der Tschechischen Republik wurden auch die Aufgaben der Amerikaner äberflüssig, die Soldaten zogen ab, aber die Gebäude und Antennenträger blieben zurück.

Zwei markante Ereignisse der Weltgeschichte bestätigten die Daseinsberechtigung der militärischen Anlagen auf dem Hohenbogen.

Zum einem war es die Niederschlagung des Prager Frählings 1968. Ein "Sozialismus mit menschlichem Antlitz" hätte es werden sollen, aber die Truppen des Warschauer Paktes marschierten am 21. August 1968 in Prag ein und wendeten das Blatt der Geschichte. Eine halbe Million Soldaten aus der Sowjetunion und anderen Ostblockstaaten kamen in die Tschechoslowakei, der Funkverkehr war sicher entsprechend gewaltig, den es zu analysieren galt.

Das zweite Ereignis war 1973 der Yom Kippur Krieg. Als am 6. Oktober 1973 Ägypten in Israel einmarschiert hatten die Soldaten sowjetische Militärtechnik dabei. Die Sowjetunion hatte zwar eher Interesse daran den Konflikt zu beenden, aber der Waffennachschub wäre über Prag abgewickelt worden.

Die Grenzöffnung ist nun mehr als 20 Jahre her, ist Geschichte, wie die Station am Eckstein.



Das Gelände nach Rückbau der Anlagen
06.10.12


06.10.12




Das Gelände vor dem Rückbau (US-Army-Staion im Bild rechts oben)
23.04.10


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