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Die Gesteine

von Fritz Pfaffl (Geologe, Mineraloge)
aus dem Buch "Die Mineralien des Bayerischen Waldes"
(Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors)


Die Gesteine im Bayerischen Wald setzen sich hauptsächlich aus den Mineralien Feldspat, Quarz und Glimmer zusammen. Feldspat ist gelblich bis grünlich Gefärbt und bricht plattig mit schillernder Oberfläche. Eng damit verwachsen ist Quarz, meist glasig hell bis grautrüb mit körniger oder lagenartiger Struktur.
An Glimmerarten kommen hellgelber Muskovit-Glimmer und schwarzbrauner Biotit-Glimmer in dünn stark glänzenden Blättchen vor. Bei den einzelnen Gesteinsarten sind diese Hauptbestandteile verschieden angeordnet. Beim Gneis sind die Mineralien lagenweise geschichtet, das Gestein erscheint in hellen Quarz-Feldspat-Lagen mit dazwischen- geschalteten dunklen Biotit-Glimmer-Bändern. Die Berge des Aber-Kaitersberg-Zuges sowie Falkenstein und Hennenkobel bestehen aus solchen Gneisen, die in der modernen Gesteinskunde nach dem Stoffbestand in Granat-Cordierit-Sillimanit-Gneis oder Quarz-Biotit-Plagioklas-Gneis usw. gegliedert werden. Das Hauptverbreitungsgebiet dieser in Europa seltenen Gesteine liegt zwischen Pfahl und Weißem Regen. Feinkörnig bis grobkörnig ausgebildete, gelblich bis bläulichgrau gefärbte Granite kommen häufig vor.

Die Pfahlzone wird in einer maximalen breite von 5 km über Moosbach, Prackenbach, Kirchaitnach, Ruhmannsfelden, March und bis fast nach Kirchberg von Granit begleitet,
der durch die wiederholten tektonischen Bewegungen in der Pfahlzone zu Flasergranit mit deutlich gerichtetem Korngefüge verändert wurde.
Der Pfahl wird auch beidseitig bis zu 1km von Pfahlschiefern begleitet. Dieses Gestein entstand in Bewegungsbahnen durch tektonische Zerreibung des ursprünglichen Gneises oder Granits und Rekristallisierung zu granit- und gneisähnlichen Gesteinen, die stellenweise sehr feinschiefrig sein können.
Das Gebiet des Vorwaldes, als Zone zwischen Pröller, Achslach und Bischofsmais ausgewiesen, wird von Perlgneis eingenommen. Er ist den Gneisen nördlich des Pfahls sehr ähnlich und kann daher mit dem bloßen Auge kaum von diesem unterschieden werden. Die Perlgneise sind von hellgrauer Farbe, kleinkörnig und haben ein straffes oder auch flaseriges Gefüge. Als Ergebnis einer Umkristallisierung von Gesteinen unter bevorzugtem Wachstum bestimmter Mineralien wurden ellipsoidisch Geformte Feldspäte mit der Längsachse parallel der Gesteinschichtung geregelt. In den Gneisen treten in beGrenztem Umfang auch Mischgesteine (Migmatite) auf. Als "Körnelgneise" (gneisähnlich) finden wir sie an der Südseite des Silberberges bei Bodenmais und an Straßenböschungen in Rabenstein. Als "Kristallgranit" (granitähnlich) ist ein solch migmatisches Gestein bei Außenried und am Weg von Buchenau zum Latschensee aufgeschlossen. Bei Regenhütte und Zwieselberg sind zwei Größere zusammenhängende Vorkommen des Mischgesteins ,,Diatektischer Cordieritgneis" zu sehen. In diesem sehr seltenen Gestein ist das sonst übliche lagige Großgefüge der Gneise ausgelöscht. Das Gestein ist ohne Klüfte, sehr hart und verwitterungsbeständig; es bildet als einmaliges Naturdenkmal am Schwarzen Regen bei Paulisäge (unterhalb Zwiesel) ein reizvolles Blockmeer und im Fluss selbst viele Blöcke mit Strudellöchern.


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