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Arberkirchweih

Quelle: Bayerisch-Eisenstein.de
(Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Tourist-Info Bayerisch Eisenstein, Frau Rosemarie Zoglauer )



Die Arberkirchweih ist die älteste Bergfeier des Bayerischen Waldes.
Schon im Jahre 1769 bemüht sich Johann Georg Hafenbrädl (1726 – 1786) um die Errichtung einer Kapelle auf dem Arber. Aber erst 37 Jahre später, im Sommer des Jahres 1806, wird auf dem Gipfel des Großen Arbers eine Kapelle erbaut.
Die Stifterin dieser ersten Kapelle auf dem zu dieser Zeit noch wenig zugänglichen und nur von Jägern und Holzhauern besuchten Gipfel, ist die Besitzerin der Glashütte bei Schloß Deffernik, jenseits der Grenze, das Fräulein von Hafenbrädl, das beim Volk außerordendlich beliebt, weitum im Lande nur das "Fräulein Lisl" genannt wird.
Es ist eine Holzkapelle die man errichtet. Jedoch ist diese bald verwittert und wird auch von den Bauern der Mooshütte zweimal erneuert. Das Hauptbild auf dem kleinen Altärchen war ein Muttergottesbildnis in Hinterglasmalerei; daneben stand eine Bartholomäusfigur, der man sinnigerweise einen Glaskelch in die Hand gegeben hatte. Die Defferniker Glasmacher wollten eben an ihren Schutzpatron erinnern.
Bis in die siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts sind Hinterglasbild und Holzfigur noch vorhanden, gingen aber dann, zusammen mit den vielen Votivtafeln an der Kapelle, irgendwann im Zeitlauf im Sturm und Ungewitter verloren.
Die Winter auf dem Arber setzten der Kapelle so zu, dass das kleine Bauwerk im Laufe von 150 Jahren viermal erneuert werden muss. Die letzte Kapelle wird aber schon in Bruchsteinen gemauert und wird um 1880, mit einem mit Ziegel gedeckten, nicht gerade schönen Stadel, umschlossen, da es für den Andrang der Wallfahrer, die aus Bayern und Böhmen zu dem inzwischen dort aufgestellten Madonnenbild pilgern, zu klein geworden ist. Diesen schützenden Stadel reißt ein Herbststurm weg.
Am 26.August 1906 wird das 100-jährige Bestehen der Kapelle gefeiert. Pfarrer Siebler berichtet, dass sich trotz der ungünstigen Witterung am Tag der Jahrhundertfeier doch sicher 2000 Teilnehmer eingefunden haben. Als der erste Weltkrieg vorbei ist, ist die Arberkapelle auf einen kümmerlichen Rest zusammengebrochen. Was noch vorhanden ist, zerstören unverständige Menschen vollends in den zwanziger Jahren. Mit der Arberkapelle sollte auch die beliebte Arberkirchweih für Jahrzehnte verschwinden.
Im Winter 1951 löst die Frau des verstorbenen Hans Pöschl, Bauer von Mooshütte, ein Versprechen ein und stiftet den Bauplatz für ein neues Bergkirchlein auf dem Gipfel. Bis zum Jahre 1957 dauert es, bis endlich wieder eine Kapelle auf dem Arbergipfel errichtet wird. Es ist die jetzige Kapelle, die am 25. August 1957 eingeweiht wird. Sie ist eine Stiftung des Grundherren, des Fürst Friedrich Wilhelm von Hohenzollern. Eine aus Kalkstein gearbeitete Madonna, die ein Geschenk der Fürstin Margarita von Hohenzollern ist, steht auf einem kleinen Altartisch im Inneren der Kapelle.
Erst mit dem Jahr 1965 lebt die über 150-jährige Tradition der Kirchweih wieder auf. Arberpfarrer Josef Kufner (gest. 17.09.1984) feiert am 29. August 1965 die erste Bergkirchweih seit 50 Jahren.
Vier Jahre später wird ein Hinterglasbild des seligen Bartholomäus Holzhauser, des Patrons der Arberkirchweih, das der Zwieseler Maler Oskar Langer als Altarbild geschaffen hat, gesegnet und eingeführt. Dies geschieht anlässlich der jährlichen Bergfeier am 24.August 1969. Gestiftet wurde das Bild vom Bayerischen Waldverein, es wird nun in der Pfarrkirche Bayerisch Eisenstein aufbewahrt.
Seit 1965 findet nun wieder regelmäßig am vorletzten Sonntag im August die Arberkirchweih statt. Nach dem Gottesdienst (Beginn 10.30 Uhr) verteilen sich die Besucher rund um den Arbergipfel. Die meisten suchen sich ein geschütztes Plätzchen für die im Rucksack mitgebrachte Brotzeit. Ein Teil bricht zu einem ausgedehnten Spaziergang auf und genießt die schöne Aussicht. Andere treten sofort den Abstieg an oder scharren sich um das Arberschutzhaus. Dort findet mit Musik, Gesang und Tanz ein buntes Fest statt, dass durch die farbenfrohen Trachten eine besondere Note erhält und alljährlich besonders den Feriengästen diesen Tag auf dem Gipfel des Bayerwaldes zu einem unvergesslichen Erlebnis macht.




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